Der Fluch der Banane – Chiquitas spätes Erbe

Schon vergessen? Massenflucht in Mittelamerika.
Flucht vor dem Elend und vor der täglichen Todesbedrohung.

Seit Jahrzehnten sind Honduras, El Salvador und Guatemala von grausamen Militärdiktaturen mit Hilfe des USA beherrscht worden – mit Bananen und Kaffee machten sich die US-Konzerne reich und stützten die jeweiligen Machthaber (CIA, „Bananenkriege“). Die Bevölkerung blieb bis heute arm: 45% in El Salvador, 54% in Guatemala und 70% leben in Honduras unter der Armutsgrenze. Hungerlöhne und Krankheiten durch die Pestizide bestimmen die Arbeit in den Bananen- und Kaffeeplantagen. Diese krasse Armut, das weit verbreitete Analphabetentum und die Perspektivlosigkeit ließen die Kriminalität wachsen. Heute haben diese Länder die weltweit höchsten Mordraten. Täglich morden Maras (Jugendgangs; um Mitglied zu werden, muss man einen Menschen ermorden) und die Drogenmafia: El Salvador 7000 Morde pro Jahr, Honduras 8300 Morde, Guatemala 4700 Morde pro Jahr (Deutschland 300-500 bei zehnfacher höherer Bevölkerung). Die Maras mit vielen Tausenden Mitgliedern beherrschen ganze Stadtteile und finanzieren sich durch Drogenhandel und Schutzgelderpressung.

Kein Wunder, dass seit Jahrzehnten die Menschen flüchten – in die USA. Aktuell würde die Hälfte der Bevölkerung lieber heute als morgen auswandern. Einige Zehntausend haben nun die Flucht aus dem Elend und aus der täglichen Bedrohung für Leib und Leben begonnen – kein Wunder, dass es die Menschen dort nicht mehr in der Heimat hält. Es scheint keine Hoffnung mehr in diesen Länden zu geben, zu mächtig sind wohl die mafiösen Strukturen der herrschenden Cliquen und ihre ausländischen Unterstützer. Humanitäre Fortschritte wie sie von den großen Bananen – und Kaffeekonzernen gern behauptet werden, haben zumindest in diesen Ländern nichts verändert. Die Menschen müssen fliehen.

Einkaufen in Barsinghausen – BlutBananen oder FairBananen?Wir haben das Angebot in den Geschäften untersucht:

Nach den Kampagnen in den letzten Jahren (Oxfam, Kirchen, NGOs), ist es ein Erfolg, dass jetzt fair gehandelte Bananen nicht nur im Bioladen (BioMio, BioDirekt) angeboten werden! Aber im Nachbarregal liegen gleichzeitig billigere Bananen, die fast alle das Logo „Rainforest Alliance“ aufgeklebt haben.Was ist das denn? Oxfam hat herausgefunden, dass hiermit nur etwas vorgetäuscht wird, dass nämlich keine faire und keine ökologische Produktion zu dieser Banane geführt hat, der man dieses Schildchen extra aufklebte. Es ist lediglich ein Verkaufsförderer!

Edeka: WWF Bananen Elba Farm Ecuador; Nicaraguan (billig); Aldi: Cobana;Rainforest Alliance Ecuador;

GutBio Fairtrade Schwabfrucht; Rewe: Bio Rainforest Alliance Ecuador; Rainforest Alliance Costa Rica (billig); Chiquita Costa Rica; Penny: Fairtrade Bio; Chiquita Costa Rica;Rainforest Costa Rica; Kaufland: Dole Ecuador KBio Ecuador; fyffes columbia (gehört zum Chiquitakonzern) Rainforest Alliance; Dole Costa Rica; Lidl will nur noch bio-fairtrade bundesweit verkaufen, bei uns gibt es aber auch noch billige Bananen.

Deutsche Supermarktketten wie Aldi, Lidl, Edeka und Rewe sind mitverantwortlich für die unhaltbaren Zustände in der Bananen- und Ananasproduktion: Sie nutzen ihre Marktmacht aus, um einen starken Preisdruck auf Produzenten und Lieferanten auszuüben. Dies trägt dazu bei, dass traditionelle Ausbeutungsstrukturen in den beiden Ländern noch verschärft werden, die Löhne der Plantagenarbeiter/innen für den Lebensunterhalt einer Familie nicht ausreichen und immer noch prekäre Arbeitsverhältnisse vorherrschen: Arbeiter und Umwelt bezahlen für günstige Preise!

Wir fordern: Alle Billigbananen vom Markt nehmen! Wir kaufen Bio-Fairtrade!

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